|
Einige Grundregeln zur Form
Eine Pressemitteilung immer kennzeichnen, um sie von Leserbriefen oder persönlichen Meinungsäußerungen deutlich zu kennzeichnen:
PRESSEMITTEILUNG oder PRESSENOTIZ drüberschreiben. Beliebt ist auch folgende Formel: "Hiermit bitten wir um Abdruck des folgenden Textes..."
Eine Pressemitteilung muss im Kopf immer einen Ansprechpartner mit Telefon und Handynummer für die Redaktion nennen. Sonst sind keine Rückfragen möglich.
Nobody is perfect: Jeder Text wird zunächst meist auf dem Papier redigiert, d.h. korrigiert und sprachlich "in Form" gebracht. Das variiert auch von Medium zu Medium. Also einen breiten Rand lassen und mindestens 1 1/2zeilig schreiben.
Immer mit Schreibmaschine oder Computer (normale Schrift) schreiben. Handschriftliches abzuliefern ist heutzutage eine Unverschämtheit: Eine "gute" Pressemitteilung kann man - mit Satzbefehlen versehen - direkt in die Erfassung geben oder per Mausklick in einen Artikel umwandeln. Solche Texte sind oft schon am nächsten Tag im Blatt. Handschriftliches muss immer von einem Redakteur bearbeitet und mühsam abgeschrieben werden - doch der hat dafür keine Zeit. Also bekommt's der freie Mitarbeiter oder der Schüler-Praktikant oder gleich der Papierkorb.
Brief ist "out"
Briefpost ist heutzutage völlig "out": zu viel Aufwand für den Schreiber ( mehrfach ausdrucken, eintüten, verkleben, Adresse drauf, teure Briefmarken drauf und zum Briefkasten tigern...).
Schneller geht's mit Fax oder, noch besser, per E-Mail. Da reicht dann ein schneller und billiger Mausklick.
Bei E-Mails beachten: Bei kurzen Texten möglichst auf Dateianhänge (Word etc.) verzichten, sondern reinen E-Mail-Text schicken - und den als Fließtext.
Fotos nur als Datei-Anhang
Zur E-Mail kann man als Dateianhang auch Fotos mitliefern. Sie dürfen nicht in einem Dokument eingebettet sein. Dann sind sie für den Druck meist unbrauchbar.
Die Leute, die es nicht lassen können oder dürfen (weil doch das Logo mit auf den Text muss) und daher Word-Dateien verschicken, sollten wenigstens darauf achten, dass das Trennprogramm ausgeschaltet ist: Wenn mit copy und paste ein solcher Text ins Redaktionssystem gehievt wird, werden die Trennungen mit übertragen. Das ist ärgerlich, weil man den gesamten Text nach diesen Trennungen durchforsten muss und immer die eine oder andere übersieht. Da die Verlage ihre Korrektoren schon vor langer Zeit eingespart haben, finden sich solche (und andere) Bolzen oft genug im Blatt.
Keine PDF-Dateien
Bitte keine PDF-Dateien: Oft bereitet das Umwandeln große Probleme, weil sich die Verlage bekanntlich zu Tode sparen und den Redaktionen oft keine vernünftige Software zur Verfügung stellen.
Manchmal werden PDF-Dokumente unsinnigerweise sogar "gesperrt" verschickt. Dann müsste der Text wie anno dazumal abgeschrieben werden. Doch dafür hat niemand Zeit. Ein Fall für Ablage "P" oder den Praktikanten.
Der Wahrheit verpflichtet...
Natürlich: Der Presse- und Öffentlichkeitsarbeiter sieht alles durch die rosarote Brille. Er will "seinen Laden" möglichst positiv rüberbringen. Das ist legitim. Aber er hüte sich vor plumpen Übertreibungen oder gar falschen Tatsachen ("Tausende Besucher..." - obwohl nur drei Leutchen da waren). Wenn so ein Mist abgedruckt wird, glühen am nächsten Tag die Leitungen in der Redaktion: Zeitungsenten haben ein kurze Lebensdauer.
Dieser PR-Mensch kriegt nix mehr in die Zeitung, denn er ist unglaubwürdig geworden. Nur absolutes Vertrauen ist die Basis der Zusammenarbeit zwischen PR-Mann und Redakteur. Beide sind zur Wahrheit verpflichtet.
Bitte recht frühstücksfreundlich
Je kürzer der Text, umso eher ist er "drin". Lange Riemen, die von faulen Redakteuren tatsächlich abgedruckt werden, freuen zwar den Firmenchef oder den Vorsitzenden und auch die wenigen direkt Betroffenen: Doch der normale Leser, der doch eigentlich erreicht werden soll, blättert gelangweilt weiter. Endlos-Artikel beim Frühstück, nein danke!
Superkleine Meldungen, zum Beispiel in Rubriken, werden häufiger gelesen als "große" Artikel.
Das Wichtigste zuerst
Zuerst kommt immer das Wichtigste: Worum geht's, wer macht was wann wo und warum? Das sind die "W's", die in keinem Text fehlen dürfen. Dann die Einzelheiten nennen.
Kein Anspruch auf "vollständigen" Abdruck
Wenn Redakteure das lesen, schwillt der Kamm: "Bitte vollständig abdrucken." Dieser PR-Stratege hat nix kapiert und kann ganz sicher sein, dass sein Elaborat nicht "vollständig" abgedruckt wird. Das "Wie" und das "Ob" bestimmen immer noch die Redaktionen.
Es besteht kein Anspruch darauf, dass unverlangt eingereichte Manuskripte abgedruckt werden. Aber eine ordentliche Redaktion versucht, jeden zu berücksichtigen. Und wenn's denn doch mal Ärger gibt, hilft der Knigge weiter.
Wenn's wirklich ganz wichtig ist - die Pressekonferenz
Bei wirklich wichtigen Themen, bei denen viele Nachfragen zu erwarten sind, werden die Medien zu einer Pressekonferenz eingeladen. Solche PKs dienen auch ein wenig dazu, den persönlichen Kontakt aufrecht zu erhalten, der angesichts der immer dünner werdenden Personallage in den Redaktionen oft in den Hintergrund rückt.
Je besser geschrieben, desto eher im Blatt
Regel: Je perfekter ein Text, umso weniger Arbeit hat man in der Redaktion damit, umso eher ist er mehr oder weniger vollständig im Blatt.
Also orientiere man sich am Aussehen und am Stil von abgedruckten Meldungen: Genau so muss auch die Pressemitteilung aussehen. Als ob sie ein Redakteur geschrieben hätte.
|
|